Herr Weil, Otto von Bismarck sagte mal: „Die erste Generation schafft Vermögen, die zweite verwaltet Vermögen, die dritte studiert Kunstgeschichte, und die vierte verkommt vollends.“ Ist da was dran?
Ja. Die erste Generation hatte keinen Businessplan, sondern Drive: Sie musste Geld verdienen, hat hart gearbeitet, die ganze Familie im eigenen Betrieb beschäftigt. Ihre Kinder schickten sie dann an die Uni zum Wirtschaftsstudium, weil das dem Betrieb hilft. So wurde die zweite Generation zu Managern, die mit Strategie das Geschäft verwalten und vergrößern. Was bleibt dann noch der dritten Generation? Der Großvater hat ja schon gegründet, der Vater studiert. Viele suchen ein Leben lang nach einer sinnvollen Aufgabe, und verlieren den Bezug zu den Anfängen.
Bismarcks Aussage ist sogar optimistisch: Laut US-Studien verlieren 70 Prozent der sehr reichen Familien ihr Vermögen innerhalb von zwei Generationen – 90 Prozent innerhalb von drei.
Vermögen ist an sich vergänglich: Vergleicht man die Forbes-Liste der 400 reichsten Menschen von 1982 mit der von 2025, zeigt sich: Nur ein Einziger stand beide Male darauf, und zwar Warren Buffett. Und beim Vermögenstransfer zwischen den Generationen kann noch viel mehr schiefgehen.