Warum Family Offices mehr sein müssen als Vermögensverwalter
Herr Weil, Otto von Bismarck sagte mal: „Die erste Generation schafft Vermögen, die zweite verwaltet Vermögen, die dritte studiert Kunstgeschichte, und die vierte verkommt vollends.“ Ist da was dran?
Es beginnt, wie so oft, mit einem Feiertag. Drei Generationen um denselben Esstisch, das Silberbesteck glänzt wie ein Symbol vergangener Zeiten. Doch kaum ist der Braten serviert, liegt auch schon Streit in der Luft. „Papa hat alles in die Stiftung gesteckt, ohne uns zu fragen!“, ruft die Tochter empört. Der Sohn beschuldigt seine Schwester, vom Vermögen zu profitieren, obwohl sie längst aus dem Familienunternehmen ausgestiegen ist. Am Ende steht die Mutter dazwischen und fragt sich, ob das viele Geld der Familie wirklich Glück gebracht hat.
Was nach Familiendrama klingt, ist wirtschaftliche Realität. In meiner täglichen Praxis sehe ich: Sobald Vermögen übertragen oder Unternehmen übergeben werden, brechen oft Konflikte aus, die jahrelang unter der Oberfläche geschwelt haben. Globale Statistiken zeigen, dass nur 30 Prozent der wohlhabenden Familien dieser Welt ihr Vermögen erfolgreich an die nächste Generation übertragen. Das wiederum bedeutet, dass 70 Prozent von ihnen scheitern. Warum?